| Veranstaltung: | 94. Bundesversammlung 2026 - Anträge |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Dorothea Schümann (Diözesanvorsitzende Erfurt), Franz Klingebiel (Diözesanvorsitzender DV Erfurt) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 05.06.2026, 17:14 |
IA03: „Demokratiekeimzellen – Wachsen in Thüringen“: Ein Modellprojekt für die DPSG-Strategie
Titel:
Die 94. Bundesversammlung möge beschließen:
"Demokratiekeimzellen - Wachsen in Thüringen" ist ein Wachstumsprojekt, das in
Thüringen strategisch neue Pfadfinder*innen-Stämme gründet. Es ermöglicht
demokratische Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen in
strukturschwachen Regionen und setzt alternative Formen des Pfadfindens mit
neuen Kooperationspartner*innen um.
Das Projekt „Demokratiekeimzellen – Wachsen in Thüringen“ ist ein Modellprojekt
innerhalb der DPSG-Strategie „Meine Stimme, mein Verband“. Es ist damit ein
Modellprojekt zu alternativen Konzepten der Pfadfinder*innenarbeit vor Ort, dass
unter hauptberuflicher Begleitung der Bundesebene durchgeführt und evaluiert
wird (Handlungsfeld 5, Unterziel 4).
Begründung:
Das rdp Thüringen-Projekt „Demokratiekeimzellen – Wachsen in Thüringen“ hat das Ziel, die Anzahl der bestehenden Stämme in Thüringen bis 2030 von 10 auf 20 zu verdoppeln. Ebenso streben wir eine Verdopplung der Anzahl unserer aktiven Pfadfinder*innen in Thüringen von 505 auf 1010 an. Für die DPSG bedeutet das eine Verdoppelung von 6 auf 12 Stämme sowie von 300 auf 600 Mitgliedern.
Wir möchten eine nachhaltige Veränderung anstoßen, die das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche erweitert und einen Beitrag zu unserem demokratischen Zusammenleben leistet. Denn demokratische Werte und Überzeugungen lernen Kinder und Jugendliche am besten kennen, wenn sie diese ausprobieren und erleben können, wenn sie mitgestalten dürfen und so demokratische Selbstwirksamkeit erfahren. Dafür wollen wir gemeinsam neue Orte schaffen und bestehende Gruppen und Stämme für die Zukunft stärken.
Mehr Infos zum Projekt: https://pfadfinden-in-thueringen.de/wachstumsprojekt/
Im Projekt werden keine Änderungen der Satzung erprobt. Es werden neue Formen des Zugangs zu Ehrenamtlichen und Kooperationspartner*innen und neue Wege zu Neugründungen von Stämmen umgesetzt. Damit ist es kein Modellprojekt im bisherigen Sinne (Leitfaden Modellprojekte) sondern ein Modellprojekt im Sinne der Strategie.
Wir gehen da hin, wo sich sonst nur noch Nazis um Jugendliche "kümmern". Wir betreiben Strukturaufbau!
Unser Kontaktbischof Gerber hat sich gemeinsam mit unserem Erfurter Bischof hinter unser Projekt gestellt. In einer Pressekonferenz sagt er über unser Projekt: „In Thüringen geht es um die Frage wer die Jugendarbeit macht: Höcke oder wir!“
Bisher gibt es in Deutschland nur einen einzigen DPSG-Stamm in einem Dorf, in dessen Landkreis weniger als fünf Prozent Katholik*innen leben. Alle anderen Stämme in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern befinden sich dagegen in (Groß-)Städten bzw. in katholisch geprägten Landkreisen.
Unser Modellprojekt sammelt bereits jetzt wichtige Erkenntnisse darüber, wie Menschen ohne Bezug zu Pfadfinden und Kirche angesprochen und für die DPSG begeistert werden können.
Dabei beschreiten wir unerschlossene Pfade, da wir mit unkonventionellen Kooperationspartner*innen (Schulen, Jugendclubs, Landgemeinden, lokalen Vereinen, Frauengruppen …) von Grund auf neue, selbsttragende und an die Begebenheiten vor Ort angepasste Strukturen aufbauen. So stellen wir sicher, dass Pfadfinden auch in Zukunft aktuell, wirksam und resilient bleibt.
Den heutigen Herausforderungen unserer Demokratie können wir uns nur gemeinsam stellen. Werte, die Kinder und Jugendliche als Pfadfinder*innen verinnerlichen, tragen sie in die Gesellschaft. Räume, um die dazu benötigte Selbstwirksamkeit zu erfahren, zu erleben, was es bedeutet, mit Verantwortung die eigene Lebenswelt zu gestalten, und zu erkennen, dass jede Stimme zählt – das verwirklichen wir bei unseren Neugründungen von Anfang an. Wir „säen“ heute die demokratische Resilienz von morgen, auch in Gegenden, die andere bereits abgeschrieben haben. Wir möchten Kindern und Jugendlichen ein Gegenangebot schaffen und uns mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen.
Wir erleben bereits Kinder und Jugendliche, die rechtsextremes Gedankengut aus dem Elternhaus in die Gruppenstunden tragen. Auf Basis unserer pädagogischen Erfahrungen im Umgang mit diesen Herausforderungen können wir Handlungsempfehlungen entwickeln, die es diesen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, Gemeinschaft zu erleben, ohne dass es zur Weiterverbreitung dieses Gedankenguts kommt. Wir sind überzeugt, dass sich nur durch ein positives Erleben demokratischer Werte auch eine intrinsische, positive Haltung zur Demokratie entwickeln und festigen kann.
- es bereits begonnen hat und der Projektabschluss in drei Jahren (d. h. vor Ende des Strategiezyklus) liegt.
- wir bereits über erhebliches Know-how im Bereich Wachstum verfügen, das über eine hauptamtliche Unterstützung für die DPSG ebenenübergreifend nutzbar gemacht werden kann.
- eine Unterstützung durch den DPSG-Bundesverband sicherstellt, dass das Projekt bis zum Abschluss durchgeführt wird und die bereits erreichten Zwischenziele zukunftssicher gemacht werden.
Unterstützer*innen
- Christoph Nortmann
- Fynn Beck
- Maximilian Strozyk
- Friedolf Lappen
- Valerian Laudi
- Julia Doerks
- Theo Nortmann
- Hannah Baum
