| Veranstaltung: | 94. Bundesversammlung 2026 - Anträge |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Stammesversammlung Stamm Sankt Martin Veert (DV Münster) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 22.04.2026, 17:02 |
A19: Initiative zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der DPSG-Geschichte im Nationalsozialismus und zur pädagogischen Vermittlung
Titel:
Die 94. Bundesversammlung möge beschließen:
Die Gründung eines bundesweiten AKs zur Aufarbeitung der DPSG-Historie unter
Leitung von Tobias Lange. Dieser Antrag wird von unserer Stammesversammlung bei
der Bundesversammlung eingereicht.
Der AK hat das Ziel und die Aufgabe:
- Die Geschichte der DPSG im Nationalsozialismus soll kritisch, fundiert und
zugänglich aufgearbeitet und vermittelt werden. Damit stärken wir unsere
Glaubwürdigkeit im Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus –
nicht nur in der Gegenwart, sondern auch mit Blick auf unsere
Vergangenheit.
- Die Erstellung eines pädagogisch nutzbaren Filmes für die Verwendung in
der Bildungsarbeit, Gruppenstunden und Schulungen.
- Die Konzeption und Errichtung einer dauerhaften Ausstellung über die
Geschichte der DPSG, insbesondere zur Gründungszeit und zur Zeit des
Nationalsozialismus, am Bundeszentrum Westernohe.
viele andere Themenfelder in der Historie aufzuarbeiten (z.B. Pfadfinder vor und
nach Fall der Mauer in Bundesländern der ehemaligen DDR).
Begründung der Antragsteller*innen:
Die DPSG steht – vor allem auf Bundesebene – klar an der Seite der Demokratie und gegen Rechtsextremismus ein. Unserer Ansicht nach muss man sich in diesem Zuge zwingend mit seiner eigenen Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen. Diese fehlende Auseinandersetzung widerspricht dem Anspruch, Demokratie glaubhaft zu fördern und Jugendlichen Werte, wie Zivilcourage und kritisches Denken zu vermitteln. Unter https://dpsg.de/de/geschichte-der-dpsg findet sich eine große Jahreslücke zwischen 1938 und 1945 (zuvor und danach nahezu jährliche Ereignisse).
Gerade die Geschichte der DPSG, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus zwischen Gehorsam, Mitläufertum, sowie zivilem Ungehorsam und aktivem Widerstand abspielt, bietet ein immenses pädagogisches Potenzial, dass unserer Meinung nach, dringend gefördert werden sollte. So könnte man jungen Menschen helfen, Parallelen zwischen der Geschichte und der heutigen Gesellschaft zu erkennen und die Bedeutung von Demokratie und ihrer Standhaftigkeit zu verstehen.
Die DPSG hat als eine fast 100 Jahre alte Organisation eine reiche und wertvolle Geschichte. Als Organisation, die den Nationalsozialismus nicht nur miterlebt, sondern auch über dessen Ende hinaus weiterfortbesteht, hat ihre Positionierung und Aussagen großes Gewicht. Wir sind der Meinung, dass eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus auch dem Wert der DPSG in der Öffentlichkeit zugutekommt. Die DPSG steht für ehrenamtliche und pädagogisch wertvolle Arbeit, über deren Potenzial eine größere Öffentlichkeit Kenntnis haben sollte.
Ein herausragendes Beispiel für dieses Engagement, vor allem in diesem Bereich, ist die Arbeit von Tobias Lange aus Krefeld, der seit 1999 ehrenamtlich zur Geschichte der DPSG, mit Schwerpunkt auf die Zeit des Nationalsozialismus forscht. Seine Arbeit beinhaltet eine umfassende Sammlung von Materialien, darunter Interviews mit Zeitzeugen, historische Dokumente und visuelle Medien. Er bietet außerdem Gruppenstunden, Workshops und Vorträge an, um sein Wissen und seine Erkenntnisse mit weiteren Kreisen und vor allem der jüngeren Generation zu teilen.
Änderungsanträge
- A19_ÄA1 (Valerian Laudi, Eingereicht)
