| Veranstaltung: | 94. Bundesversammlung 2026 - Anträge |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Annkathrin Meyer (Bundesvorsitzende), Maximilian Strozyk (Bundeskurat), Sebastian Becker (Bundesvorsitzender), Eva Kopic (Bundeskuratin Roverstufe), Michael Wenzel (Bundesreferent Jungpfadfinderstufe), Marius Ducke (Referent Verbandsentwicklung) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.04.2026, 22:34 |
A08: Strategie „Meine Stimme, mein Verband!“
Titel:
Die 94. Bundesversammlung möge beschließen:
Begründung der Antragsteller*innen:
„In den letzten Jahren ist im Verband mehr und mehr Unzufriedenheit mit der Arbeitsweise und -fähigkeit des Verbandes in der Bundesversammlung entstanden. So gab es viele Versammlungsmitglieder, die den Eindruck hatten, dass wichtige Themen und Anträge nicht ausreichend behandelt werden konnten und die Entscheidungsfindung nicht zufriedenstellend verläuft. Andere Versammlungsmitglieder, unter anderem auch die operativ Verantwortlichen, bemängelten die fehlende Schwerpunkt- und Prioritätensetzung, die aus ihrer Sicht zu einer zu großen Themenfülle führt, die nicht zu bewältigen ist.“[1] Vor diesem Hintergrund beschloss die 92. BV 2024 im DV Fulda das Konzept zur Entwicklung einer Strategie für die DPSG. Seit Herbst 2024 hat die erste Strategiegruppe gemäß des Konzepts gearbeitet und so die Strategie „Meine Stimme, mein Verband!“ in Rückkopplung mit der Breite des Verbands, verschiedenen Gremien, Verantwortungsträger*innen und den Mitgliedern der Bundesversammlung erstellt.
„Meine Stimme, mein Verband!“ besteht aus fünf Handlungsfeldern, die sowohl inhaltliche Schwerpunkte im Bereich Kinderrechte und Mitbestimmung als auch strukturelle Elemente enthält.
Die Entscheidung für die Strategie „Meine Stimme, mein Verband!“ ist vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen folgerichtig und notwendig. Demokratische Grundwerte, Beteiligung und Selbstbestimmung geraten zunehmend unter Druck, während gleichzeitig das Bedürfnis von Kindern und Jugendlichen nach Mitsprache, Orientierung und wirksamer Beteiligung wächst. Als Kinder- und Jugendverband steht die DPSG in besonderer Verantwortung, Demokratie nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar und gestaltbar zu machen.
Mitbestimmung ist seit Jahren ein zentrales Thema in Diskussionen und Beschlüssen des Verbandes[2]. Immer wieder wurde deutlich: Wir nehmen die Stimmen von Kindern und Jugendlichen ernst und wollen sie konsequent stärken. Zuletzt hat die 93. BV die Positionierung „Mehr Mitbestimmung wagen“ beschlossen. Die Strategie greift diese Entwicklung auf und übersetzt sie in einen verbindlichen, langfristigen Rahmen, mit dem wir unsere demokratischen Strukturen weiterentwickeln und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen gezielt verbessern. Als wichtige Ergänzung zu den Ergebnissen der Projektgruppe „Mitbestimmung konkret“ ermöglicht die Strategie, Instrumente wie Stufengipfel, Beteiligungsformate und diskursive Elemente weiter auszubauen und nachhaltig im Verband zu verankern. Sie trägt dazu bei, dass diese Ansätze noch selbstverständlicher in Diözesan- und Bezirksversammlungen etabliert und umgesetzt werden können.
Die Strategie ermöglicht es dem Verband, über mehrere Jahre hinweg intensiv und kontinuierlich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen an einem gesellschaftspolitisch hoch relevanten Thema zu arbeiten. Sie schafft Raum für inhaltliche Auseinandersetzung, praktische Erfahrungen und sichtbare Wirkung – innerhalb des Verbandes ebenso wie nach außen. Damit stärkt sie die Selbstwirksamkeit junger Menschen und positioniert die DPSG klar als demokratischen Lern- und Gestaltungsort.
Zugleich zielt „Meine Stimme, mein Verband!“ darauf ab, Mitglieder und Ehrenamtliche zu empowern. Durch konkrete Materialien, Methoden und Orientierungshilfen werden sie in ihrem Engagement für Mitbestimmung und demokratische Strukturen unterstützt und entlastet. Die Strategie hilft dabei, bestehende Herausforderungen nicht individuell zu tragen, sondern gemeinsam und strukturell anzugehen.
Der Aufbau und die Stärkung der strukturschwachen Regionen der DPSG sorgt dafür, dass die Neugründungen von Stämmen in dieser Strategie vom Bundesverband als Ermöglichungen von neuen Demokratiewerkstätten gefördert wird. Eine Stärkung vorhandener Strukturen dient der stabilen Umgebung, in der dann Neugründungen stattfinden sollen. Damit nimmt sich der Verband auch vor, Pfadfinden in Deutschland zu stärken, um mehr Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Entwicklungsräume zu bieten.
Nicht zuletzt greift die Strategie zentrale Rückmeldungen aus der Aufarbeitungsstudie auf, in der Empowerment, Selbstbestimmung und transparente Beteiligungsstrukturen als wesentliche Schutz- und Qualitätsmerkmale benannt wurden. „Meine Stimme, mein Verband!“ setzt genau hier an und stärkt die DPSG nachhaltig als einen Verband, in dem Demokratie und Mitbestimmung gelebt wird und Kinder und Jugendliche ihre Stimme wirksam einbringen können.
Die in der Strategie genannten Ziele wurden bewusst hoch angesetzt. Diese Entscheidung wurde getroffen, um die Wichtigkeit dieser Ziele besonders hervorzuheben. Es geht darum, den Anspruch zu zeigen, den der Bundesverband an sich stellt. Bei Beschluss dieser Strategie ist nicht zu überblicken, ob jedes Ziel zu 100% erreicht werden wird. Diese Überprüfung erfolgt im Anschluss und ein Nichterreichen von einzelnen Zielen bedeutet nicht, dass die Strategie nicht erfolgreich war. Die Strategie ist die Orientierungsmarke für den Verband in den nächsten 5 Jahren und alle Aktionen und Tätigkeiten sollen auf die Strategie einzahlen, bzw. helfen, Entscheidungen zu treffen. Es geht also vor allem darum zu entscheiden, ob wir gemeinsam diesen Weg gehen wollen.
[1] Vgl. Vorwort des Konzepts zur Strategieentwicklung für die DPSG
[2] Vgl. Pfadfinden ist politisch (siehe Website)
Konzept politische Bildung (siehe Website)
Gegen die Drachen unserer Zeit (siehe Website)
Antrag: Politische Bildung vertiefen (92. BV, siehe BV-Sharepoint)
